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Segelyacht Neverland

Unsere Atlantiküberquerung – kein Wind...aber viel Spaß

Beinahe zwei Monate Kapverden...wunderschöne Inseln, viele nette Menschen, kleine einsame Dörfer mit einfachen Geschäften, die gleichzeitig auch Bar & Gasthaus sind, traumhafte Wanderungen ... wir sind auch diesmal wieder begeistert!

So um den 20. November wollen wir mit 5 Gästen von S.Maria/Sal weiter in die Karibik. Rudi aus Österreich kann es kaum erwarten und begrüßt uns schon einen Tag früher am Steg. Wir verstehen uns auf Anhieb: seine freundlich fröhliche Natur, und Kochen, Essen & Reisen als leidenschaftliche Gemeinsamkeit führen bald zu guter Freundschaft (am Boot wird nicht wie normalerweise üblich nur über segeln, sondern hauptsächlich über gutes Essen, Einkaufen, guten Restaurants etc. gesprochen). Am Samstag kommt dann auch unser zweiter Mitsegler mit Weißwurst und süßem Senf im Gepäck und am Sonntagabend ist die Crew mit unseren drei Holländern Johan, Marise, der kleinen 8-jährigen Maren und Käse vollständig.

Am nächsten Morgen erste Einkäufe für die Atlantiküberquerung, denn hier und nur hier gibt es so etwas wie ein Delikatessengeschäft. Die zwei Feinschmecker kaufen alles was gut ist: einen Handwagen voller Weine, Bier, Campari, Käseleiber, Würste, vielerlei Gemüse und Obst und oben drauf einen richtigen ganzen Parmaschinken! Der Küchenchef des zugehörigen Restaurants überlässt uns sogar seinen ganzen Roastbeef- u. Filetvorrat (alles nach geschickter Überredungskunst!) und freut sich, dass er an diesem Abend keine Steaks braten muss....und wir werden auf unserer Fahrt vorerst nicht verhungern...unsere große Angst! Am Abend dann die erste Nachtfahrt Richtung Sao Vincente. Am nächsten Vormittag werden in Mindelo die großen Einkäufe für die nächsten 14 Tage gemacht, was nicht immer ganz einfach ist: am ersten Tag beginnen wir jedenfalls mit den Getränken. Drei gehen einkaufen, einer hinterher zum bezahlen und zwei bleiben zurück am Boot um alle Sachen vom voll beladene Beiboot in die neue segelnde „Gemischtwarenhandlung“ im Vorschiff zu verstauen: dort gibt es Wasser, Weine, Bier, Säfte, Milch, Cola, Fanta, Tonic, Küchenrollen, Toilettenpapier, und vieles mehr. Am Abend gehen wir noch ein letztes mal für die nächsten mind. zwei Wochen an Land um bei Pica Pao zu essen, einem kleinen Lokal deren Wänden mit vom Ventilator flatternden Reiseberichten geschmückt sind...später im Club Nautico nehmen wir ein letztes Bier „one for the road“.

Am Mittwochmorgen werden dann schließlich die allerletzten Lebensmittel, wie weiteres Obst und Gemüse vom Markt, Brot, Eier, Muscheln, Fisch und Langusten gekauft. Rudi möchte uns unbedingt eine seiner Spezialitäten machen, ein altösterreich-ungarisches Paprikahuhn: am Markt werden schnell noch zwei Hühner gekauft. Zurück an Bord ...lustiges Chaos! Überall Tüten und Kartons voller Einkauf...aber keine Hühner! Alle Vorräte werden wieder und wieder hastig durchsucht...umsonst. Kurti und Rudi müssen noch einmal an Land zurück zum „Hühner suchen“. Am Markt... an jedem Stand...niemand hat die Hühner gesehen... und es ist Mittag! Ärgste Verdachtsmomente! Mit einem Taxi werden alle die vielen besuchten Mini-Supermercado abgeklappert...fast zwei Stunden lang ...erfolglos.. ...nicht einmal mehr andere Hühner scheint es zu geben! Zu aller letzt finden wir die Metzgerei wieder geöffnet, die uns am Vormittag eine Lammkeule verkaufte ...und nun sehen wir in der Theke auch noch zwei schöne Hühner! Doch kaum zu fassen: bei genauerem Hinsehen ... es sind genau die selben Hühner! Lachend kaufen wir sie ein zweites Mal.

Am späten Nachmittag sind wir dann soweit und es heißt Anker auf! Mit einem richtigen Negroni stoßen wir gebührend auf eine gute Überfahrt an und bitten Rasmus um guten Wind. Am Horizont wird Mindelo immer kleiner und vorbei an Sant Antao verschwindet auch das letzte Land im Sonnenuntergang.

Unsere Überfahrt wird natürlich mit einem guten Abendessen „Spagetti mit Langusten“ eingeläutet. Danach werden die Wachen für die Reise eingeteilt. Jeder hat zwei Stunden am Tag und zwei Stunden in der Nacht Wache, d.h. für diese Zeit muß man hinaus aufs Meer schauen, ob nicht doch vielleicht ein Schiff oder der Wind kommt, der uns auf unserer Fahrt aber ganz schön im Stich lässt. Von einem gewöhnlichen N-O Passat der uns in 12 Tagen in die Karibik bringen soll, ist nichts zu spüren, was der guten Laune an Bord aber nicht schaden soll. Statt schweren Segeln bei haushohen Wellen machen wir eine gemütliche Gourmetreise bei lauem Lüftchen, Sonnenschein und glatter See. So bekommt das Boot den Beinamen „Osteria Kurti“ und an manchen Tagen darf auch Rudi kochen...eine willkommene Abwechslung zur mediterranen Küche der Osteria.... und fast ein Wettkochen! Auf dem Speiseplan stehen: gegrillte Langusten, Ananas, Spaghetti con denti di cane (chonks), Paprikahuhn mit Spatzlen, Fruchtsalat, Rindsfilet, Penne al Gorgonzola, flambierte Bananen, Münchner Weisswurst (vor 11 Uhr), Spagetti mit Weisswurst, kandierte Kokusnuss, Crauti alla Bolognese, Spagetti con carne trifolata, Pizza, Melone mit Schinken, Penne succose, Bife con Bolas, Bavette al Tonno, Omas Suppentopf, Tiroler Herrengroestel, Penne al prosciutto, Spagetti con formaggio di capra, Ungarisches Gulasch, Spagetti carbonara, Gulaschsuppe, Canelloni fantasia (con Cuscous), Ungarische Bohnensuppe .....und am fünften Tag unserer Fahrt der große feierliche Schinkenanschnitt! Wir sind alle sehr gespannt! Und dann: Er ist wirklich so gut wie er aussieht! Wir sind gerettet!

Schon am dritten Tag steht auch Fisch auf der Speisekarte. Wir fischen unter großer Aufregung, Jubel und blutigem Gemetzel unseren ersten Fisch. Eine herrliche Dorade! Eine halbe Stunde später bittet der Koch zu Tisch! Es gibt Carpaccio Dolfin Royal als Vorspeise und als Hauptgericht „Dolfin Royal mit Zucchini“. Dazu natürlich einen Weißwein und anschließend eine Siesta. Wir haben kein Mitleid mit dem Wachgänger...

Fisch ist ja gesund und so werden wir unermüdliche Angler ( einmal auch der Skipper). Am morgen sammeln wir die fliegenden Fische von Deck, schneiden ihnen den Bauch auf und nähen ihnen einen Angelhaken ein. Unserer Meinung nach der perfekte Köder! Einige Fische scheinen auch „anzubeißen“, nur leider sind diese wohl etwas zu groß für unsere Angeln und sie hinterlassen nur abgerissene Schnur, Zahnabdrücke am Blei oder eine Kampfszene auf Video... doch nach zehn Tagen ist es noch einmal soweit und wir bringen einen Mahi Mahi an Deck und es gibt wieder Carpaccio di pesce, zarten Mahi Mahi vom Grill....

Am Abend des 5.Dez. kommt sogar ein richtiger Nikolaus zu uns an Bord und hat für jeden ein kleines Geschenk dabei...alle freuen sich darüber, besonders Maren.

Tagesablauf: Frühstück, dann Halbmittag, dann Aperitiv und „Mittagessen ist fertig“, Kaffee, Marend, Happy Hour u. Sundowner und wieder „Abendessen ist fertig“ , dazwischen einige Segelmanöver (wie die Profi!) ... aber kein oder nur wenig Wind! Johann repariert oder geniest ein Bier, Igor schießt mit dem Sextant der seltenen Sonne nach, Marise spielt mit Maren, Maren zeichnet, Rudi liest, hört Musik, kocht oder sonnt sich im Netz, Franziska wälzt tolle Bücher, Kurti kocht oder träumt....

Nach 14 Tagen geht das Bier zu Ende!

Am 16. Tag auf dem Meer erreichen wir am Nachmittag des 9.Dezember S. Anne auf Martinique. Alle freuen sich auf ein Bier an Land. Der erste Weg ist also in die nächste Bar, „un bier alla pression“! Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es an der Luftveränderung oder dem ungewohnten festen Boden unter den Füßen liegt, doch nach dem dritten oder vierten Bier gibt dann jeder zu, daß er schon das erste nicht wirklich gut vertragen hat. Der Tag wird weiter gebührend gefeiert und Madame „Panda“, eine vornehme Dame des Ortes, bringt uns mit ihrem kleinen Fiat Panda zum besten Restaurant der Stadt. „Touloulou“! Wir laden sie zum Essen ein und begießen unsere Ankunft mit einer Flasche Champagner. Unser Französisch hält sich in Grenzen bzw. verlässt uns fast gänzlich zu späterer Stunde. Madame scheint sich sehr über uns zu wundern. Jemand ist noch in der Lage ihr auf französisch vom Klempner und Heizungsrohr im Keller zu erzählen, wo die anderen nur noch „Oui, oui“ herausbekommen. Am Ende bringt sie uns noch sicher zum Steg zurück und wir verabschieden uns mit einem fröhlichen „Merci !“

Am nächsten Tag können wir endlich wieder einkaufen gehen und unsere zwei Köche bringen alles für ein französisches Frühstück, Baguette, Crossions und frischen Kuchen. Unsere Fahrt geht weiter über Dominica nach Guadeloupe. Endlich ist der seit zwei Wochen ersehnte Wind da und wir rauschen mit 10-14 Knoten die Küste entlang. Eine herrliche Fahrt! Immer wieder tauchen nach einem kurzen Schauer Regenbögen aus dem Meer auf und auch der Regenwald und kleine Dörfer mit bunten Holzhäusern bieten eine wunderschöne Kulisse.

In Guadeloupe angekommen....Champagner!....und ein unverdientes Gewitter!

Uns geht es gut! Wir segeln gerade in den Grenadinen herum (wo es jeden Tag karibisch regnet), kochen Langusten, Chiccarones de Pollo, ....oder machen uns einen Planter`s Punch....

Viele Grüsse an Alle

Kurti & Franziska

 

 

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Dr. Ferdinand Pohl
ferdinandpohl@hotmail.com
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