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Planung und Bau von NEVERLAND

Wie soll mein idealer Katamaran aussehen?
Ferdinand Pohl

 

Katerfahrungen

Eine dunkle Nacht, schwere Wolken jagen von Westen heran und verdecken den Mond, der nur selten mal durchkommt. Ein Tief zieht durch. Es wird das letzte Tief sein in einer Serie von Tiefs, die wir in den letzten Tagen erlebt haben mit Wind aus westlichen Richtungen zwischen Beaufort 4 und 7. Wir sind immer nur kurze Strecken entlang der Küste von Devon und Dorset gesegelt, meist mit zweifach gerefftem Gross und Motorunterstützung. Aber heute morgen hat uns die Wetterberatung des Deutschen Wetteramtes Mut gemacht und wir haben in Dartmouth zu unserer bisher längsten Segeltour abgelegt - durch die Biskaya, am Kap Finistere vorbei, entlang der portugisieschen Küste zu den Kanarischen Inseln.

Logbucheintragung vom 6. 6. 94 22.00 Uhr:
West 5, 1024 mB, Kurs 215 Grad, Segelführung: Gross Reff 1 und Fock
Position: Ausgang des Englischen Kanals 30 Seemeilen nördlich I. d' Quessant

Wir segeln mit 40 Grad am scheinbaren Wind bei 5 Beaufort aus West mit einer 2 bis 3 m hohen See. Das Gross ist einmal gerefft und mit der kleinen Kreuzfock haben wir etwa 55 m² Segelfläche stehen. Die Geschwindigkeit liegt bei 5 Knoten. Nicht gerade schnell für einen beinahe 15 m langen Katamaran. Aber dies ist nicht der Kurs, den unser Kat mag und ich glaube, dies teilt er mit fast allen Fahrtenkatamaranen.

Wir erleben ungemütliches Segeln. Ständig kracht eine Welle unter das Brückendeck, so dass unsere Boot erzittert. Der Salontisch vibriert dann so stark, dass man Angst hat, die Welle bricht durch das Brückendeck. Alles auf dem Tisch fliegt einige mm hoch. Nach einer solchen Welle ist die Geschwindigkeit auf 3 bis 4 Knoten reduziert. Das Boot ist abgestoppt und der Bug hebt sich mehrfach bevor der Kat wieder in einer stabilen Längsrichtung liegt. Aber dann dauert es auch nicht lange, bis die nächste Welle da ist, und das Ganze von vorn beginnt. Ständig diese Auf- und Abbewegungen, das Krachen der Wellen gegen das Brückendeck, so dass Schiff und Mannschaft nicht zur Ruhe kommen.

Mitternacht und Wachwechsel. Wir sind zu viert an Bord von Atlantis und gehen eine 2er Wache von jeweils 4 Stunden. Kurz nach Wachwechsel liege ich in meiner Steuerbord- Achterkabine mit Kissen und Decken eingekeilt um nicht dauernd hin- und hergeschleudert zu werden. Hier unten nehme ich jede Bewegung des Katamarans noch angespannter wahr. Die Geräusche empfinde ich noch stärker als in der Plicht oder am Kartentisch. Es ist nicht das beruhigende Gurgeln und Schlürfen an den Bordwänden wie ich es aus den geschützten Revieren kenne, sondern es sind gewaltige Schläge gegen das Brückendeck und das Krachen der Wellen lässen die Rümfe erzittern. Ich spüre im Liegen auch deutlich wie das Boot abbremst, sich mehrfach verneigt und kaum noch Fahrt macht. Und dies ist dann auch die Situation, in der die Liebe zum eigenen Boot schwindet und man sich ein besseren Schiff wünscht.

Warum segeln wir nicht mit 8 Knoten so leicht durch die Wellen wie es uns die Hochglanzprospekte der Katamaranhersteller versprechen? Warum immer dieses elendige Stampfen, das Festboxen in der See und der erhebliche Geschwindikeitsverlust ganz zu schweigen von dem ständigen Krachen der Wellen gegen das Brückendeck?

Dabei haben wir keine schlechten See- und Windbedingungen, können den Kurs gut anliegen und sollten eigentlich 3 Knoten mehr machen. Ist dies Katamaransegeln am Wind? Ist uns nicht jede schlanke Kielyacht von 15 m deutlich überlegen, wenn sie im Rhythmus der Wellen hoch am Wind durchs Wasser schneidet? Müssen wir Katamaransegler dies so einfach hinnehmen? Ich will diese am Wind Schwäche des Kats auf Dauer so nicht mehr akzeptieren, entweder mein Kat segelt auch am Wind gut oder es geht zurück zur Kielyacht. Es gibt doch genügend hervorragende Kielyachten in der 15 m Klasse und preiswerter sind sie obendrein auch noch.

2 Tage später

Logbucheintragung vom 8. 6. 94 22.00 Uhr
N/NO 6-7, 1030 mB, Kurs 180 Grad, Segelführung: Gross geborgen, Genua gerefft.
Position: 120 Seemeilen nördlich von C.Finisterre

Wir sind im Einflussbereich des Azorenhochs und segeln bei etwas bedecktem Himmel mit raumen Wind auf das Kap Finisterre zu. Es bläst kräftig und die Windmessanzeige geht über 30 Knoten wahren Wind. Das Gross ist jetzt ganz geborgen und wir haben die Genua auf 40 m² weggerollt. Die Genua zieht das Boot vor dem Wind. Die Selbststeueranlage arbeitet einwandfrei und es kommen keinerlei Bedenken auf, dass wir zuviel Segelfläche gesetzt haben und zu schnell sind. Unser Katamaran liegt ruhig in den Wellen und zieht mit 12 Knoten und mehr gen Süden und im Surf auf einer grossen Welle sind es bis an die 20 Knoten. Wir geniessen das Segeln, die Wärme des Südens und die uns zeitweise begleitenden Delphine. Der Kat ist nicht wieder zu erkennen verglichen mit zwei Tagen zuvor. Wir haben jetzt doppelt so starken Wind und die See ist 5 m hoch, aber wir geniessen die Fahrt und sind mit unserem Kat wieder versöhnt. Keine Kielyacht kann uns mehr verführen.

Der Wind nimmt weiter zu und es wird Zeit die Genua noch weiter einzurollen - so auf 25 m² - später dann unter 20 m².

Logbucheintragung vom 9. 6. 94 04.00 Uhr
NO 8, 1029 mB, Kurs 185 Grad, Segelführung: Gross geborgen und Genua stark gerefft
Position: 50 Seemeilen nördlich von C. Finisterre

Die Nadel der Windmessanzeige geht auf über 40 Knoten wahren Wind. Eigentlich haben wir Sturm. Der Seegang hat deutlich zugenommen. Gischtstreifen legen sich über die See. Unserem Kat scheint das kaum zu stören. Stur fährt er seinen Kurs geradeaus, schaukelt zwar ein wenig mehr, es kommt aber kein bischen Wasser übert . Zur Sicherheit sitzt jetzt ständig jemand von uns am Steuerrad, aber wir müssen nicht eingreifen. Es kommt niemals das Gefühl der Unsicherheit auf. Der Kat ist in seinem Element.

Als der Wind dann zeitweise auf 50 Knoten zunimmt und der Kat eine sehr hohe Welle mit 25 Knoten runtersurft und wir auch mit dem Bug etwas eintauchen, wird uns doch mulmig und wir reffen fast alles weg. Es stehen nur noch 10 m² Segel und die benötigen wir zum Steuern. Windstärke 8 in der Biskaya vielleicht auch Stärke 9, eine hohe See von etwa 6 Metern, doch dem Kat macht das wenig aus, seiner Crew allerdings schon mehr.

Wir laufen ständig über 10 Knoten. Was für ein Unterschied wenn man an die Fahrt von vor 2 Tagen denkt als wir uns hoch am Wind im Seegang festgeboxt haben und meist unter 5 Knoten liefen. Wir sind jetzt wieder versöhnt und wollen nur noch Katsegeln. Wohl bis wir die nächste am Wind Knüppelei erleben werden.

Aber muss man diese am Wind Schwäche eines Kats so einfach hinnehmen? Wie machen es die grossen Regattakats, die mit Etmalen von über 400 Meilen über die Weltmeere ziehen? Kann man von ihnen etwas lernen? Kann ein Kat nicht auch gute am Wind Segel- und Seeeigenschaften haben? Wie muss ein Kat gebaut sein, welche Eigenschaften muss er haben, damit er auch am Wind vernünftig segelt?

Diese Fragen haben mich in den nächsten 4 Jahren stark beschäftigt. Sie haben letztlich zum Bau des neuen Katamarans NEVERLAND geführt. Bei der Plaung von Neverland sind die Erfahrungen mit dem Katamaran Atlantis eingegangen. Nach 8 Jahren Katsegeln hatte ich eine klare Vorstellung, welche Eigenschaften mein neuer
Kat haben sollte und welche nicht. Doch lassen sich diese Ideen auch verwirklichen? Und kann ein solcher Kat auch zu einem annehmbaren Preis gebaut werden?

Geholfen bei diesen Fragen haben mir die Gespräche mit Fritzt Dubois von der Yachtwerft Dubois in Groningen, die in den letzten 20 Jahren über 30 Katamarane gebaut hat und die eigenen Katerfahrungen von Herrn Dubois selber mit seinem schnellen Katamaran "Twintig Plus".

Nach 20 000 Seemeilen in Nord- und Ostsee, Atlantik und Mittelmeer mit meinem 15 m Kat Atlantis, einem verlängerten 13,70 Simpson Design, fasse ich meine positiven und negativen Erfahrungen wie folgt zusammen.

Positive Eigenschaften von Atlantis

1. Der geringe Tiefgang

Ein Tiefgang von 65 cm ermöglicht das Segeln in flachen Gewässern und erschliesst zusätzliche Ankerbuchten. Der geringe Tiefgang gibt aber auch mehr Sicherheit. Gefährliche Untiefen werden durch die Bewegungen der Wellen besser erkannt als wenn man eine Untiefe von 3 Meter Tiefe ausweichen muss.

2. Das grosszügige Raumangebot

Reichlich Platz für 8 Personen in 4 getrennten Schlafkabinen mit 2 Bädern und zusätlich eine grosse Hauptkajüte, einen Navigationsraum und eine grosse Pantry macht auch längere Urlaubsfahrten mit mehreren Personen zu einem wahren Urlaubsvergnügen.

3. Die guten Raumwindeigenschaften

Das Fahrverhalten und die Geschwindigkeiten bei raumen Wind waren bei Atlantis
hervorragend. Geschwindigkeiten von über 15 Knoten und Etmale von über 200 Seemeilen waren keine Seltenheit. Nie gab es ein Gefühl der Unsicherheit.

4. Einhand zu segeln

Atlantis war einfach konstruiert und die Bedienungselemente klar und zentral angeordnet. Alle Fallen, Schooten und Strecker liefen ins Cockpit. Die Segelfläche war gut unterteilt und mit der Selbststeueranlage war der Kat auch über grössere Distanzen bequem einhand zu segeln.

5. Preiswert

Stripplankingverfahren mit Redzeder, einfache Segelausstattung und eine gewisse Beschränkung bei der Komfortausstattung ergaben ein recht preisgünstiges Boot für diese Grösse.

 

Negative Eigenschaften von Atlantis

1. Die schlechten am Wind See- und Segeleigenschaften

Ein Wendewinkel von über 100 Grad und geringe Geschwindigkeiten am Wind lassen den Kat gegenüber einer gleichgrossen Kielyacht deutlich schlechter abschneiden. Bei Seegang ist ein Aufkreuzen kaum noch möglich. Der Wendewinkel geht auf über 150 Grad. Ein gutes Schiff für die Barfussroute eben.

2. Seeschlag bei am Wind Kursen

Bei 65 cm Brückendeckfreiheit und viel Gewichten in den Schiffsenden gibt es bei Kursen am Wind starken Seeschlag unter dem gesamten Brückendeck mit nervtötenden Geräuschen, dass man Angst hat, das Boot bricht auseinander. Es hat sogar Schäden im Brückendeck gegeben, die zweimal repariert werden mussten. Der Seeschlag bremst das Boot ab, so dass die Geschwindigkeit unter 5 Knoten fällt, wenn eine gleichgrosse Kielyacht noch ihre 7 Knoten segeln wird.

3. Das Aufschaukeln im Seegang

Durch die Gewichte in den Schiffsenden (Motoren hinten und Stauräume vorne)
Schaukelt sich der Kat bei am Wind Kursen und Seegang stark auf, taucht mehrfach tief ein, bevor die Längsstabilität wieder erreicht ist. Das Ergebnis ist eine geringe Geschwindigkeit am Wind bei grosser Abdrift und auch eine höhere Anfälligkeit für Seekrankheit.


4. Manövriereigenschaften bei viel Wind im Hafen

Bei viel Wind kann man nicht mehr in einem Yachthafen anlegen. Der Kat driftet stark zur Seite weg auch wenn die Schwerter ganz unten sind. Bei viel Wind legt man dann im Berufshafen an oder geht vor Anker.


Wie sieht der Kompromiss aus?

Diese Abwägung der Vor- und Nachteile gilt wohl für die meisten heutigen Serienfahrtenkatamane. Der Wunsch nach Komfort und Kojen ist zu gross. Eine kompakte Bauweise, wo viel untergebracht werden muss und schwere Materialien ergeben einen Katamaran, der leider nicht mehr die vielen Vorzüge hat, die man von einem Kat erwartet und welche die Prospekte immer noch versprechen. Das traumhafte Segeln von über 10 Knoten ist nur raumschoots möglich, am Wind ist man einem gleichgrossen Kielboot deutlich unterlegen.

Ich weiss, ein schnelles gut segelndes Schiff, das sämtlichen erdenkbaren Komfort bietet und auch noch preisgünstig zu bauen ist, gibt es nicht. Es muss immer ein Kompromis her. Doch welchen Kompromis? Dazu muss man zunächst die Prioritäten kennen. Was ist mir wirklich wichtig, was wäre schön wenn man es hätte und worauf kann ich getrost verzichten. Ich war mir meiner Prioritäten nach 8 Jahren Katsegeln ziemlich sicher. Ich wollte zu allererst einen gut segelnden Katamaran haben. Aber eine spartanische Rennziege sollte es auch nicht sein.

Eine etwa 2 jährige Suchphase, einen Kat zu finden, der meine Anforderungen erfüllte, endete erfolglos. Deshalb beschloss ich den Kat meiner Vorstellungen als Einzelbau in Auftrag zu geben. Zuvor musste jedoch ein erfahrener Konstrukteur seine Hausarbeiten machen. Hierzu benötigte ich ein Pflichtenheft, das meine Anforderungen an den neuen Kat zusammenfasst.

Der neue Katamaran sollte folgende Anforderungen erfüllen

1. Sehr gute Segeleigenschaften
2. Wenig Tiefgang
3. ein angemessenes Raumangebot
4. noch einhand zu segeln
5. und bezahlbar sein.

Zu 1. Sehr gute Segeleigenschaften

- mich interessierten in erster Linie die am Wind See- und Segeleigenschaften
- der Kat sollte unter 30 Grad am scheinbaren Wind mit noch brauchbarer Geschwindigkeit segeln
- Wendewinkel soll mit guter Geschwindigkeit unter 100 Grad bleiben
- Auch bei Seegang und stärkerem Wind soll sich der Kat freikreuzen können
- Bei Windstärke 4 am Wind eine Geschwindigkeit deutlich über 10 Knoten
- Wenig Wellenschlag unter dem Brückendeck
- Kein Aufschaukeln im Seegang
- Gut zu wenden und zu manövrieren

Für die Planung und den Bau folgt aus diesen Anforderungen
- Eine leichte Bauweise
- Zentrierte Gewichte und freie Schiffsenden
- Schmale, lange Rümpfe
- Ein grosses, hohes, effektives Rigg

Zu 2. Wenig Tiefgang

- maximal 75 cm Tiefgang
- Ruderblätter sollen kürzer sein als die Rümpfe
- Der Kat soll gut trockenfallen und geslippt werden können

Für die Planung und den Bau folgt daraus
- Schwerter
- Variable Rudertiefe
- Schutz der Rümpfe durch Tothölzer

Zu 3. Ein angemessenes Raumangebot

- ein Kat für 8 Personen
- eine Extrakabine für den Bootsmann
- separate Kabinen mit eigenem Eingang zur Plicht
- einen kommunikativen Gemeinschaftsraum
- keine übertriebenen Einrichtungswünsche

Für Planung und Bau folgt daraus
- ein Einrichtungslayout mit 2 Kajüten statt der üblichen Brückendeckskajüte
- 2 Bäder die zugänglich sind ohne die anderen Kajüten zu betreten
- eine Kajüte mit Rundsofa, Kartentisch mit Navigation und freiem Blick zur Pantry
- eine Kajüte als Eignerkammer ausgebaut

zu 4. Einhand zu segeln

- mit kleiner Manschaft und in Ausnahmefällen auch einhand zu segeln

daraus folgt für die Planung und den Bau
- alle Fallen, Leinen, Strecker und Schoten werden von Cockpit aus bedient
- alle Bedienungselemente sind klar und einfach angeordnet
- vor der elektrischen Winschen eine Bank mit Fallenstoppern
- Auch das Reffen geschieht vom Cockpit aus
- Keine Backstagen
- Selbststeueranlage

Zu 5. auch bezahlbar sein

- der Kat soll weniger kosten als ein gleichgrosser Serienkatamaran

um diese Zielsetzung zu erreichen, muss man auf einiges verzichten. Für die Planung und den Bau galt für uns
- Verzicht auf überflüssigen Luxus
- Verzicht auf eine aufwendige Innenraumverkleidung
- Verzicht auf stromfressende Aggregate
- Technik wo es sinnvoll ist aber nicht mehr

Zusätzlich gab es noch die folgenden Anforderungen

- der Kat sollte für Langfahrten autark sein
- einfaches und sicheres Ankern
- leicht trocken zu fallen und zu slippen
- wenig Windwiderstand durch abgerundete Kanten
- elegantes Aussehen, flach, rund und nirgends eckig
- leicht verständlich, bedienbar und pflegeleicht
- absolut getrennte Maschinenräume von den Wohnräumen
- Sicherheit durch mehrere total dichte Schotten
- Immer eine Alternative haben, wenn etwas ausfällt
- Sicheres Schiff auch bei Schwerwetter
- Sicherheit durch State of the Art Sicherheitsausrüstung
- Auch für Charterfahrten mit Skipper geeinet.

Wichtig war die Erkenntnis, dass wir von dem üblichen Katamaran-Konzept mit einer Brückendeckskajüte abweichen mussten, wenn wir die Ziele verwirklichen wollten. Mit der herkömmlichen Brückendeckskajüte waren die Anforderungen nicht zu erfüllen.Erste Überlegungen mit einer Sitzkajüte zwischen den Rümpfen wie es die Regattakats haben, wurden schnell verworfen, weil sie nicht an die Anforderungen nach einem angemessenen Raumangebot in mehreren Kajüten herankam.

Die Lösung war, den Katamaran mit 2 Kajüten zu bauen und den Platz dazwischen frei zu lassen. Dies hat eine Reihe von Vorteilen aber auch einige Nachteile

Die Vorteile sind

- weniger Wasser- und Windwiderstand
- ein gefälliges Aussehen durch die niedrigen Aufbauten
- Brückendeckfreiheit kann 1,10 m betragen ohne dass es optisch stört
- Mehr Privatsphäre durch getrennte Kabinen
- eine hervorragende Eignerkabine
- das Gewicht kann stärker zentriert werden, wenn die Mitte frei von Wohn- und Schlafplätzen bleibt
- die Bedienungselemente sind leichter anzuordnen, es muss weniger umgelenkt werden
- sicheres Arbeiten von der Plicht aus

Und die Nachteile

- der Abstand zwischen den Kajüten und die Aufteilung der Kajüten bedingen, dass der Kat annähernd 10 m breit wird.
- Die Kojen können nicht mehr auf Höhe des Brückendecks angeordnet werden, sondern müssen in die Rümpfe. Dadurch wir das Boot gestreckt und es ergibt sich ein Schiff von annähernd 20 m Länge.

Die Grundidee stand:

Ein Katamaran von 20 m Länge bei knapp 10 m Breite mit 2 Kajüten über den Rümpfen, offenem Brückendeck und mit Schwertern.

 


Vergleich des neuen Entwurfes mit einem herkömmlichen Katamaran

Der neue Kat
2 separaten Kajüten
Querschnittsfläche über Wasser 14 m²
Brückendeckfreiheit 1,10m
Querschnittsfläche unter dem Brückendeck 7 m²

 

Herkömmlicher Katamaran
Brückendeckskajüte
Querschnittsfläche über Wasser 24 m²
Brückendeckfreiheit 0,65 m
Querschnittsfläche unter dem Brückendeck 4 m²

Der Vergleich in der Skizze macht deutlich, dass der obere Kat einen deutlich geringeren Wasser- und Luftwiderstand haben wird als ein herkömmlicher Katamaran. Wasser und Luft können unter dem Brückendeck besser abfliessen und der Wellenschlag unter dem Brückendeck wird deutlich geringer sein. Vor allem die Segeleigenschaften am Wind werden deutlich besser sein als bei einem herkömmlichen Katamaran. Und das war ja auch die Zielsetzung.

In den folgenden Monaten habe ich viele Entwürde in 1:40 gezeichnet und diverse Berechnungen angestellt, bis ich eines Tages meinte, das jetzt mein Wissen und meine Erfahrungen erschöpft seien und ich einen erfahrenden Konstrukteur suchen sollte, der meine Ideen und Entwürfe in baureife Pläne umsetzen konnte, verbunden mit vielen Verbesserungen aus seiner langjährigen Praxis. Ich führte Gespräche mit Konstruktueren aus Frankreich und England und entschied mich leztendlich für Phil Morrison, weil
- er meine Ideen sofort verstand
- er nachweislich schnelle Multis entworfen hatte
- die Eigner mit seinen Konstruktionen auch zufrieden waren
- er Erfahrungen in der Umsetzung von Plänen durch die gemeinsame Bootswerft mit seinem Partner hatte
- und ich mit dem Chef und Konstruktuer direkt zusammenarbeiten konnte und die Arbeit nicht delegiert wurde.

Die folgende intensive Planungsphase mit dem Konstrukteur Phil Morrison und
der Bauwerft Dubois hat dann noch etwa 1 Jahr gedauert. Der Bau wurde im Herbst
1998 begonnen und nach zwei Jahren Bauzeit im Herbst 2000 fertiggestellt.

 

 

Yacht Charter Katamaran NEVERLAND
Dr. Ferdinand Pohl
ferdinandpohl@hotmail.com
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